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PrÀsidentenwahlen in Polen - online Auftritte der Kandidaten
- Janusz Korwin-Mikke - fĂŒr mich ein biĂchen so ein Typ wie Westerwelle: ab und zu sagt er etwas womit ich durchaus ĂŒbereinstimme, was allerdings in dem restlichen MĂŒll das aus seinem Mund rauskommt untergeht. AuĂerdem hasst/ verachtet er Frauen, die EU und alle die anderer Meinung als er sind. Hat sich anscheinend ein wenig beraten lassen was den Online-Auftritt angeht - als einziger neben Komorowski und Kaczynski schaltet er z.B. Google Adwords bei den Wahl-relevanten Begriffen. Er hat mehrere Web-Auftritte, die nur bedingt einer Logik folgen, allerdings hat er anscheinend die Sache mit den Social Media zumindest halbwegs verstanden: eine aktiv gepflegte Facebook-Page mit fast 6000 "Likes", ein regelmĂ€Ăig aktualisierter Twitter-Account und ein Profil auf Nasza Klasa - dem gröĂten polnischen Social Network - mit ĂŒber 24 000 Bekannten. Er hat zwar keinen eigenen YouTube Channel, allerdings eine Seite mit seinen Videos deren Ziel eigentlich die Weiterempfehlung des Kandidaten an Freunde ist
- Grzegorz Napieralski - abgesehen davon dass er 36 ist und wie 56 aussieht, ist er aufgefallen hauptsĂ€chlich durch das peinliche Wahlsong, dessen Mauptmessage aus den zwei heiĂen Blondinen besteht (viel mehr Inhalt findet man dort nicht) Immerhin haben sich auf YouTube 24 000 Leute den Schrott angeschaut und ein paar sogar kommentiert. Abgesehen davon hat Napieralski eine Website, auf der ein folgender BegrĂŒĂungstext steht:
Wie wunderbar, dass wir dank Internet einen beinahe direkten Kontakt miteinander haben können. Die neusten Technologien sind auch VerbĂŒndeten der Menschen mit den linksgerichteten Ansichten
und diese Möglichkeiten nutzt er so wunderbar, dass der eben zitierte Text als eine Hintergrundgrafik in die Seite eingebunden ist und seine Facebook Page 766 Fans hat. Zumindest sein Twitter wird regelmĂ€Ăig aktualisiert, auch wenn man sehr schnell sieht, dass er von der Benutzung des Mediums nicht wirklich viel Ahnung hat. Er schreibt auch ein Blog der gut besucht und kommentiert zu sein schein, dem aber ein wenig Design auch nicht schaden wĂŒrde... - JarosĆaw KaczyĆski hat eine Facebook Fanpage mit 1200 UnterstĂŒtzer und eine Anti-Fanpage mit 15 000. KaczyĆski bucht auch AdWords, unter anderen tauchen auch seine Ads auf, wenn man Lech KaczyĆski eingegeben hat (ich dachte er wollte gar nicht seinen toten Bruder fĂŒr die Kampagne missbrauchen....). Er hat auĂerdem eine relativ gut gemachte Website (die man, wenn man die Option findet und es unbedingt braucht in drei unterschiedlichen Designs sich ansehen kann), wie schade nur dass sie in den Suchmaschinen schlechter positioniert ist als eine satirische Website jaroslawkaczynski.pl auf der man z.B. ein Entenspiel spielen kann (Kaczka=Ente, davon kommt sein Name)
- BronisĆaw Komorowski - die Seite, geht so, mit ein wenig Mystery Meat Navigation, eine ordentliche Facebook-Page mit 6500 UnterstĂŒtzer, 51 000 Kontakte auf Nasza Klasa, ein YouTube Channel, ebenso wird in seiner Kampagne twitter und flickr verwendet. Seine Berater scheinen auch die Wichtigkeit der BlogosphĂ€re anerkannt zu haben. Suchmaschinenmarketing wurde auch nicht vergessen. Insgesamt - der beste der online-Auftritte der Kandidaten.
- Andrzej Olechowski - eine Ă€uĂerst hĂ€ssliche Website die die Kampagnenseite zu sein scheint und eine etwas weniger hĂ€ssliche die irgendwie seine offizielle Website ist. VerhĂ€ltnismĂ€Ăig gut bei Facebook dabei mit fast 3000 Fans, fast 18 000 Bekannte auf Nasza Klasa verwendet auch twitter und seine polnischen Kopien wie auch weitere polnische Social Media. Insgesamt gar nicht so schlecht.
- Alle anderen - zu langweilig um darĂŒber zu schreiben. Verwenden zwar so Bisschen Social Media, aber ohne zu wissen wie man das macht, so dass es wahrscheinlich besser fĂŒr sie wĂ€re das gar zu lassen (sowohl die Social Media als auch das Kandidieren). Waldemar Pawlak schaltet mit kleinem Budget ein wenig Google Ads, Marek Jurek hat eine halbwegs funktionierende Facebook Page, aus der man eigentlich implizieren könnte der wĂ€re ein Kandidat fĂŒr ein Amt in Vatikan, Andrzej Lepper (warum sitzt er eigentlich nicht im Knast??) - wenn er mal Lesen und Schreiben lernt macht er sich vielleicht ein Twitter-Account. Und die beiden anderen: Kornel Morawiecki (versucht erfolglos stĂ€ndig fĂŒr irgendetwas zu kandidieren) und BogusĆaw ZiÄtek, den kaum jemand kennt, nur die polnische Wikipedia noch gerade so...
Friday, February 12. 2010
Das Geld liegt auf der StraĂe... oder ist das nur Eis?
Was mich in dieser Situation wundert ist folgendes: in Berlin liegt laut DGB Berlin-Brandemburg die Arbeitslosenquote bei 14,5% d.h. fast 245 000 Menschen bleiben ohne Arbeit. Daraus ergeben sich mindestens zwei Lösungen des Problems:
Lösung 1. Viele LĂ€denbesitzer wĂ€ren besimmt bereit eine kleine Summe Geld dafĂŒr zu zahlen, dass jemand kurz mit einem Schaufel vorbei kommt und das Eis vor seinem Laden entfernt, damit die potentiellen Kunden nicht vor der TĂŒr hinfallen. Wieso fĂ€llt es keinem der 245 000 Arbeitslosen ein, dass man es zumindest versuchen und sich somit vielleicht ein Bisschen Geld verdienen könnte? Wahrscheinlich weil es den Arbeitslosen in Deutschland einfach viel zu gut geht. Wie kann das sein? Die gesamthöhe der Leistungen, die ein alleinstehender ALG II EmpfĂ€nger erhĂ€lt liegt bei knapp 900⏠(Regelleistung+Ăbernehme der Wohnungskosten+Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung). Klar, das garantiert kein Luxus, aber durchaus ein Standard von dem viele (gar nicht so weit weg von hier) nur trĂ€umen können. Vor allem, wenn man dieses Geld fĂŒr nichtstun erhĂ€lt.... Somit ist die Motivation eine Verdienstquelle zu finden sehr gering.
Lösung 2. Wenn man mit keiner Art Eigeninitiative rechnen kann, verstehe ich eigentlich nicht warum es von den Erwerbslosen nicht verlangt wird eine derartige Arbeit zu leisten. Wir Steuerzahler mĂŒssen schlussentlich diese ĂŒberhöhten Leistungen finanzieren, es wĂ€re also echt nett, wenn wir im Gegenzug zumindest ohne Rutschgefahr zur arbeit gelangen könnten.
Wednesday, February 10. 2010
Schöner leben ohne Nazis
Wie funktioniert das mit dem Online-Demo?
1. T-Shirt bestellen (muss man aber nicht)
2. Ein Photo von sich schieĂen/schieĂen lassen
3. Gesicht zeigen
Thursday, December 17. 2009
Betrunkene, Randalierer, DrogensĂŒchtige, AuslĂ€nder
Ăbergriffe passieren gern dann, wenn Polizisten unter sich sind, wie auf der Wache. Allerdings ist die Klientel, mit der die Beamten zu tun haben, alles andere als pflegeleicht: Betrunkene, Randalierer, DrogensĂŒchtige, AuslĂ€nder, die kaum Deutsch sprechen
Ich will glauben, dass es einfach nur eine ungeschickte Formulierung ist, empfinde es aber trotzdem als sehr unangenehm, dass man als AuslÀnder (auch einer der kaum oder kein Deutsch spricht) den Betrunkenen und Randalierer gleich gestellt wird.

Wednesday, November 11. 2009
Spieltheorie und Terrorismus
Ich habe schon lÀnger nichts zum Thema Spieltheorie geschrieben - es wÀre also langsam wieder Zeit. In der letzten Zeit habe ich mich intensiver mit der spieltheoretischen Analyse des Terrorismus beschÀftigt.
Spieltheorie ist aus mehreren GrĂŒnden eine angebrachte Methode der Terrorismusuntersuchung:
- Sie erfasst die strategischen Wechselwirkungen zwischen den Terroristen und der von ihnen als Ziel gewÀhlten Regierung oder Regierungen, in denen die Handlungen voneinander abhÀngig sind und nicht so nicht analysiert werden können, als wÀren nur die Terroristen aktiv, und die Staaten ihnen hingegen passiv ausgeliefert wÀren.
- Aus den Interaktionen zwischen rationalen Akteuren ergibt sich eine Möglichkeit, Annahmen darĂŒber zu Ă€uĂern, wie die Gegenseite agieren und reagieren wĂŒrde, und entsprechende Koalitionen zu schlieĂen.
- Bei jedem terroristischen Ereignis muss jeder der Akteure die potentiellen Gewinne und Verluste abwiegen um eine richtige Entscheidung zu treffen, die einen strategischen Vorsprung gegenĂŒber der anderen Seite sichert. Sowohl Terroristen als auch Regierungen beachten auch die grundlegende Vernunft-Annahme der Spieltheorie, nach welcher ein Spieler die Auszahlung nur abhĂ€ngig von der Handlung des Interaktionspartners maximieren kann.
Als ein empirisches Beispiel kann die Installation der Metall-Detektoren auf den FlughĂ€fen im Januar 1973 dienen, die beinah sofort verstĂ€rktes Kidnapping als Ersatz der Flugzeug-EntfĂŒhrungen zur Folge hatte (Enders & Sandler, 1993). Auch im Fall z.B. einer Geisel-Verhandlung kommt die Spieltheorie zum Einsatz â in der Form von Verhandlungsspielen (bargaining).
Relevant fĂŒr das Thema Terrorismus und TerrorismusbekĂ€mpfung ist eben diese Situation der Ungewissheit â sowohl die Regierungen als auch die Terroristen verfĂŒgen ĂŒber keine perfekte Information, oft nicht mal ĂŒber die vollstĂ€ndige Information â und des Lernens in einer strategischen Umgebung. (Sandler, Arce 2003).
Nicht zuletzt, gestaltet sich auch die Zusammenarbeit der von dem Terrorismus betroffenen oder bedrohten Staaten nach den Prinzipien der Nutzenmaximierung. Das Ziel jeder Regierung ist es, die Kosten der SchutzmaĂnahmen möglichst gering zu halten und gleichzeitig den Grad der Sicherheit möglichst zu erhöhen.






