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Ein Paar empfehlenswerte Umfragetools
- LimeSurvey Ist eine Open-Source-Anwendung, die es ermöglicht sowohl einfache als auch komplexe Umfragen zu erstellen und aus zu werten. LimeSurvey ist Templatebasiert – es kann also einfach den gewünschten Layout und Style annehmen. Es bietet Vorlagen für wahrscheinlich alle denkbaren Fragetypen. Die Fragen können in einem WYSIWYG-Editor bearbeitet werden, es können auch Bilder eingebunden werden. Es gibt ebenso gute Auswertungsmöglichkeit und eine Option die Daten in ein SPSS-kompatibles Format zu exportieren. Das Backend ist allerdings ziemlich wenig intuitiv und benutzerfreundlich – man braucht schon einiges an Zeit bis man alle Funktionen verstanden hat und anwenden kann.
- Einen ähnlichen Umfang bietet Classapps – mit dem unterschied, dass es wesentlich intuitiver und benutzerfreundlicher ist. Gehostete Version kostet allerdings ab 49,90$ pro Monat und die Lizenz für die Installation auf dem eigenen Server einmalig 675,99. Das scheint mir etwas viel zu sein, vor allem, da es ausreichend kostenlose bzw. günstigere Lösungen gibt.
- Onlineumfrage.com – perfekt wenn man unter Zeitdruck steht und die Umfrage sofort umgesetzt werden soll. Ich fand es sehr einfach mich dort zu recht zu finden. Es ist möglich alle Standard-Fragetypen zu erstellen und die Auswertungsmöglichkeiten sind auch ordentlich. Die Möglichkeiten der optischen Anpassung sind eher begrenzt, es kann aber immerhin eigenes Logo und Footer eingebunden werden und die Farben lassen sich auch anpassen. Eine Umfrage mit unlimitierter Anzahl an Fragen wie auch unlimitierten Funktionsumfang, beschränkt auf 20 Befragten ist kostenfrei, ansonsten 0,02€ pro Antwort. Ein faires Modell, finde ich.
- ke_questionnaire – eine sehr praktische Open-Source-Lösung, wenn man TYPO3 als CMS verwendet. ke_questionnaire ist nämlich eine TYPO3-Erweiterung. Es bietet alle üblichen Fragetypen an und die Erstellung der Fragebögen halte ich für wesentlich benutzerfreundlicher als bei Limesurvey. Die Umfragen lassen sich grafisch anpassen und die Ergebnisse werden ansprechend dargestellt.
- Zoomerang – eine ganz nette, allerdings kostenpflichtige Lösung. Es bietet eine freie Version mit 12 Fragen und 100 Antworten in 40 Sprachen. Es gibt eine Möglichkeit des direkten Sharing über Facebook und Twitter. Allerdings sind in dieser Version die Individualisierungs- wie auch Auswertungsmöglichkeit eingeschränkt. Eine Pro-Version für 199$ pro Jahr erweitert diese Möglichkeiten und macht Zoomerang zum vollwertigen Umfragetool.

Friday, February 12. 2010
Das Geld liegt auf der Straße... oder ist das nur Eis?
Was mich in dieser Situation wundert ist folgendes: in Berlin liegt laut DGB Berlin-Brandemburg die Arbeitslosenquote bei 14,5% d.h. fast 245 000 Menschen bleiben ohne Arbeit. Daraus ergeben sich mindestens zwei Lösungen des Problems:
Lösung 1. Viele Lädenbesitzer wären besimmt bereit eine kleine Summe Geld dafür zu zahlen, dass jemand kurz mit einem Schaufel vorbei kommt und das Eis vor seinem Laden entfernt, damit die potentiellen Kunden nicht vor der Tür hinfallen. Wieso fällt es keinem der 245 000 Arbeitslosen ein, dass man es zumindest versuchen und sich somit vielleicht ein Bisschen Geld verdienen könnte? Wahrscheinlich weil es den Arbeitslosen in Deutschland einfach viel zu gut geht. Wie kann das sein? Die gesamthöhe der Leistungen, die ein alleinstehender ALG II Empfänger erhält liegt bei knapp 900€ (Regelleistung+Übernehme der Wohnungskosten+Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung). Klar, das garantiert kein Luxus, aber durchaus ein Standard von dem viele (gar nicht so weit weg von hier) nur träumen können. Vor allem, wenn man dieses Geld für nichtstun erhält.... Somit ist die Motivation eine Verdienstquelle zu finden sehr gering.
Lösung 2. Wenn man mit keiner Art Eigeninitiative rechnen kann, verstehe ich eigentlich nicht warum es von den Erwerbslosen nicht verlangt wird eine derartige Arbeit zu leisten. Wir Steuerzahler müssen schlussentlich diese überhöhten Leistungen finanzieren, es wäre also echt nett, wenn wir im Gegenzug zumindest ohne Rutschgefahr zur arbeit gelangen könnten.
Thursday, December 17. 2009
Rationalitätsmythen und Web 2.0
Da ich mich einersetz schon seit längerer Zeit mit dem Begriff Rationalität beschäftige, anderseits seit paar Jahren beruflich mit Web 2.0 zu tun habe, hat mich die Idee des Rationalitätsmythos Web 2.0 aus dem Aufsatz Web 2.0 als Mythos, Symbol und Erwartung gleich sehr angesprochen
Unter dem Begriff Rationalitätsmythen versteht man die in der Gesellschaft institutionalisierte Regeln und Riten, die von den Mitglieder der Gesellschaft als selbstverständlich und rational erachtet werden. Diese werden nicht hinterfragt und ihre empirische Prüfung und mögliche Widerlegung wird gemieden
Den Technologien und vor allem die Geschäftsideen in dem Bereich Web 2.0 liegen zum Teil Rationalitätsmythen zu Grunde. Mittlerweile wurde vieles zwar entmythologisiert, aber 2006/2007 genossen die Web 2.0 Business-Ideen den taken-for-granted-Charakter. Die Frage nach Monetarisierung der Web 2.0 Start-ups wird oft eher verdrängt oder verschoben. Es wurde als selbstverständlich erachtet, dass viele Nutzer automatisch viel Umsatz bedeuten müssen, ohne dass man sich groß über die Einnahmequellen Gedanken macht. So schreiben die VZ-Netzwerke immer noch keine schwarze Zahlen (soll wohl 2010 passieren, na ja werden wir sehen), genauso wie Twitter, dessen Geschäftsführung sich darüber nicht mal Gedanken zu machen scheint
Die Investoren und vielleicht zum Teil die "Start-up-Szene" mögen diese Mythen mittlerweile in Frage gestellt haben, für Unternehmen jedoch, die nicht direkt aus dem Web 2.0 Umfeld kommen bleiben sie weiter bestehen. Die Unternehmen, die modern wirken möchten, sehen sich gezwungen "ein Bißchen web 2.0" einsetzten zu müssen. Dabei wird kaum die Frage "warum" gestellt sondern eher nur "wie".
Thursday, July 30. 2009
Transintentionalität
Ich habe mich vor einiger Zeit mit der Betrachtung der gesellschaftlichen Institutionen aus der Perspektive des rationalen sozialen Handelns beschäftigt, und dabei auf eine interessante Theorie der Transintentionalität gestoßen.
Vergegenwärtigt man sich noch ein Mal, wie Struktureffekte aus Akteurkonstellationen hervorgehen, ist es eigentlich nicht sonderlich überraschend, dass nicht Intentionalität sondern Transintentionalität weitaus häufiger vorkommende Fall ist(Schimank, Handeln und Strukturen: Einführung in die akteurtheoretische Soziologie
Es existieren nach Schimank zwei Arten der Transintentionalität:
Diese beiden Formen werden auf Institutionen angewendet, woraus drei so genannte Denkfiguren resultieren:
(Miebach, Soziologische Handlungstheorie: Eine Einführung
Diese Theorie ist eine interessante Ergänzung und Korrektur der Rationalitätsgedanke und kann gut die Entstehung der Phänomene, die nicht von den rational handelnden Akteuren beabsichtigt werden, erklären.
Tuesday, June 30. 2009
Was bedeutet eigentlich Rationalität?
Rationale enim animal est homoschrieb Seneca in dem Brief 41 der Epistulae morales.
Die umgangssprachliche Bedeutung der Rationalität ist jedoch mit sehr viel Unschärfe belastet. Die Wörter mit dem Wortstamm Ratio- haben ihre etymologische Quelle im lateinischen ratio, dessen Sinngehalt sehr umfassend ist und nicht nur Vernunft, sondern auch Berechnung, Grund, Beweis, Argument, Mittel, Überlegung, Begriff, Erörterung, Lehre, Art, Motiv, Erklärung, Rechnung, Taktik, philosophische Überzeugung, Denkweise, Theorie bedeuten kann.
Schon auf der etymologischen Ebene entsteht also ein großer Interpretationsraum für diesen Begriff. Diese Überzeugung von menschlicher Rationalität hindert uns nicht daran einige menschliche Handlungen und Überzeugung als irrational zu bezeichnen, obwohl ein Logiker dieser Bezeichnung entweder einen innerlichen Widerspruch oder Äquivokationsfehler – die Benutzung des gleichen Wortes in zwei unterschiedlichen Bedeutungen.
Wäre es ein Widerspruch müsste man eine der Überzeugungen ablehnen, da wir jedoch eher nicht dazu geneigt sind dies zu tun, müssen wir die andere Eventualität in Betracht ziehen, nämlich, dass die Rationalität, die wir dem Menschen per se zuschreiben nicht der Rationalität der Menschlichen Handlungen oder Überzeugungen gleichbedeutend ist.
Im Folgenden könnte man feststellen, dass die Taten in einem etwas anderem Sinn rational bzw. irrational erscheinen als Überzeugungen. Rationalität als eine universelle Eigenschaft der menschlichen Spezies besteht nämlich darin, dass das Individuum, angesichts seiner Überzeugungen, so handelt um die Chancen der Erreichung der angestrebten Zielen zu maximieren. Unterschiedlich sind nur höchstens die Ziele der einzelnen Personen und die Menge der Werte und Überzeugungen, von denen die Mittel zur Erreichung begehrter Ziele abhängen.
Die Ziele, im Gegensatz zu den Handlungen unterliegen keiner Wertung angesichts ihrer Rationalität. Als rational kann nämlich nur die Handlung zur Erreichung eines bestimmten Zieles bezeichnen, die tatsächlich zur Erreichung dieses Zieles führen kann. Demnach können einige menschliche Taten als irrational bezeichnet werden, ohne dass die Annahme des Menschen als animal rationale widerlegt wird.
Diese Annahme ist nämlich eine wichtige methodologische Voraussetzung vieler Geistes- und Sozialwissenschaften (wie z.B. Soziologie, Wirtschafts- Politik- oder Rechtswissenschaften). Ohne diese Voraussetzung wäre es schwer (wenn nicht unmöglich) zahlreiche Fakten und Erscheinungen zu erklären und vor allem zukünftige Ereignisse oder Trends vorherzusehen. Prof. Joseph Salerno aus der Pace University hat dieses Problem folgend erklärt:
Wenn die Wirtschaftswissenschaftler sagen, dass die Menschen rational handeln, meinen sie damit nicht, dass diese Handlungen selbstsüchtig, hedonistisch, ethisch oder unethisch, moralisch, verantwortungsvoll etc. sind. Sie sagen nur, dass das Verhalten zielgerichtet ist. Auch ein Dieb oder sogar Selbstmörder handeln rational. Ein Dieb benutzt keine Banane um eine Bank auszurauben, sondern ein Gewähr [...]. Ein Selbstmörder springt nicht von einem Tisch sondern von einer Brücke.Quelle: www.barczentewicz.com
Die Rationalität der Entscheidung besteht in der Ableitung der optimalen Entscheidung unter bestimmten Bedingungen, entsprechend der für die Situation angebrachten Normen und mit der Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Informationen.






