Monday, 11. February 2008
Eric Berne "Spiele der Erwachsenen". Eine etwas andere Betrachtung des Spieles
Seine Spielanalyse wird Transaktionsanalyse genannt und basiert auf der Unvermeidlichkeit der sozialen Beziehungen. Als "Spiele" werden Verhaltenssequenzen bezeichnet, die hauptsächlich auf der individuellen Programmierung basieren,
Serien der verdeckten komplementären Transaktionen, die zu einem bestimmten, vorhersehbaren Ziel führen(S. 37 der polnischen Ausgabe)
Soziale Beziehungen funktionieren oft als Variation des gleichen Spieles. Das Spiel unterscheidet sich von dem Ritual und Unterhaltung vor allem durch Auszahlungen (ein Begriff, der auch der Spieltheorie nicht fremd ist). Jedes Spiel ist per se unfair (in Spieltheorie kann man über solch eine Wertung nicht sprechen). Der Autor betrachtet den Begriff aus dem Sichtpunkt der Sozialpsychiatrie, er interessiert sich vor allem für die Psychodynamik und Schicksal der Spieler. Die Genese der Spielen findet er vor allem in dem Prozess der Sozialisierung. Ihre elementare Funktion ist, kolloquial ausgedrückt, das Leben des Spieles zu vereinfachen. Sie sollen eine gewisse kognitive Faulheit des Menschen kompensieren.
Ähnlich wie in der Spieltheorie, ist die Nutzenoptimalisierung, also Erzeugung einer günstigen Situation für eine möglichst hohe Auszahlung, ein Ziel jedes Spielers.
Die Spiele bei Berne können anhand verschiedenen Faktoren klasifiziert werden: anzahl der Spieler, "Währung", Psychodynamik, Intensität oder Flexibilität. Der Autor unterscheidet z.B. zwischen Lebensspielen, Ehespielen, therapeutischen und sexuellen Spielen. Bemerkenswert ist, dass Berne die Spiele als typisch für Menschen mit psychischen Störungen sieht (also wieder eine Wertung), womit ich sogar nach der Annahme seiner Definition des spieles übereinstimmen kann.
Friday, 4. January 2008
Science Daily: Hübsche haben bessere Chancen im Berufsleben?
Dies wurde in einem Experiment mit der Anwendung von EDR (electrodermal responce) bewiesen. Diese Methode gibt die Möglichkeit fest zu stellen, ob die Entscheidung vor allem aufgrund von Emotionen getroffen wird. Das war die erste Anwendung von EDR in der Forschung des Schönheitseinflusses auf die Jobchancen.
vide:Science Daily
Monday, 17. December 2007
Manipulation dank der Reziprozitätprinzip - Erst ein Wohltäter dann Bettler
Gewisser Herr A. C. Bhaktivedanta verbrachte Großteil seines Lebens als Direktor eines erfolgreichen Unternehmens in Indien. In den sechzigen Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verlass er seine Familie, nannte sich swami (Lehrer) Prabhupada, kam nach USA und gründete Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein. Innerhalb von weniger als zehn Jahren gelang es ihn genügend Ressourcen für mehr als hundert Tempeln auf der ganzen Welt, davon vierzig selbst in USA zu finden . Dies schaffte er dank der großzügigen Spenden der Gläubigen und des Verkaufs der Devotionalien, trotz der Verachtung der meisten Manipulationstechniken. Tatsächlich, anfangs, solange die Angehörigen der Bewegung um Spenden bettelten, erlitten sie meistens Niederlagen. Alles hat sich aber geändert als sie das Reziprozitätprinzip entdeckt haben. Sie bettelten nicht mehr, sondern gaben dem Passanten erst einen kleinen Geschenk (Wohltäter) – zum Beispiel eine Rose – und sagten dabei explizit es sei ein Geschenk. Erst dann baten sie ihn um eine kleine Spende (Bettler). Da dem Passanten natürlich schon in der frühen Kindheit die Norm der Reziprozität eingeprägt worden ist, fühlte er sich verpflichtet das Geschenk zu erwidern. Das konnte er tun indem er etwas Geld spendiert hat oder ein Buch gekauft hat.
Das ist natürlich nur ein der Beispiele der Nutzung der Reziprozität zu Manipulationszwecken. Ähnlich versuchen es zur Zeit fast alle Unternehmen, Parteien, Organisationen. Auf dieser Technik basieren auch oft die Bestechungsversuche – „Spenden“ und „Geschenke“ zugunsten Vertreter der Justiz und Legislative.
Reziprozität wird als Manipulationstechnik nicht nur in ihrer „reiner“ Form genutzt, sondern auch ein Element der anderen Techniken. Zum Beispiel „Tür-ins-Gesicht-Taktik“ oder „Das-ist-noch-nicht-alles“.
mehr darüber in: R. B. Cialdini, Die Psychologie des Überzeugens, Bern 2006
Saturday, 15. December 2007
Reziprozität in der Sozialpsychologie
Alvin Gouldner behauptete, Reziprozität wäre eine universelle, grundlegende für die Menschheit norm , eine Startregel der Gesellschaften. Gouldner behauptet, die moderne Gesellschaften könnten sich erst dann formen, wenn die Menschen angefangen haben sie zu folgen . Sie wurde zu einer Regel, die die menschliche Solidarität gefestigt hat, die Gefallen den Anderen zu tun wurde nämlich zu einer vernünftigen Investition für die Zukunft. Jemand, der den anderen Angehörigen seiner Gruppe (egal in welcher Dimension die Gruppe gesehen ist) behilflich ist, erhält dank der Verbreitung des Reziprozitätprinzips eine gewisse Sicherheit, dass auch ihm geholfen würde, falls er dies benötigte. Diese Regel ist in der Gesellschaft so wichtig geworden, dass fast alle Menschen sich verpflichtet fühlen sich ihr zu unterwerfen.
Die Reziprozitätsregel schreibt vor, dass wir uns für Gefälligkeiten, Geschenke, Einladungen un dergleichen zu revanchieren haben. Es ist so normal, sich beim Erhalt eines der genannten Dinge zur Gegenleistung verpflichtet zu fühlen, dass in vielen Sprachen Wendungen wie ‚Ich bin Ihnen sehr verpflichtet‘ zum Synonym für ‚Danke‘ geworden sindR. B. Cialdini, Die Psychologie des Überzeugens
Das Reziprozitätprinzip führt aus zwei Gründen zu gegenseitigen Konzessionen. Der erste, schon mehrmals erwähnte, zwingt zur Erwiderung der Gefälligkeit (eine informationenbasierte Reziprozität). Der zweite ist weniger offenslichtlich, aber von sogar größerer Bedeutung „
Die Tatsache, dass ihr Gegenüber zur Gegenleistung verpflichtet ist, ermöglicht es einer Person, als Erste ein Zugeständnis zu machen und damit den günstigen Austauschprozess in Gang zu setzen“R. B. Cialdini, Die Psychologie des Überzeugens
(eine vermutungsbasierte Reziprozität). Der, der sich diesem Prinzip nicht unterwirft, wird von der Gesellschaft abgelehnt (negative Reziprozität).

