Google Vorschau (Instant Preview) und ihre Bedeutung für SEO, Usability und Design

Google hat vor kurzem eine neue Erweiterung für die Suchmaschine eingeführt – nämlich Google Vorschau (Google Instant Preview). Diese Funktion ermöglicht die Vorschau der Website, auf die das Suchergebnis verweist vor der Ausführung des Klicks:

Ich bin sehr darauf gespannt welche Implikationen diese Neuerung auf die Suchmaschinenoptimierung, Usability und Design haben wird. Auf jedem Fall werden sich die Website-Betreiber noch mehr Mühe um die Balance zwischen den Faktoren geben müssen. Design und Usability müssten meines Erachtens an Gewichtung gewinnen, da der Nutzer jetzt nicht nur anhand der Position im Suchergebnis, des Titels und der Description entscheiden wird ob er die Seite besuchen möchte, sondern auch anhand des allgemeinen Erscheinungsbildes.

Einerseits wird das vermutlich zur Reduktion des Traffics führen, anderseits aber auch zur Verringerung der Abbruchquoten und Verlängerung der Verweildauer wie auch möglicherweise zur Erhöhung der Konversionsraten

Ohne Einfluss bleibt dies vorerst für das Suchmaschinenmarketing, da die Vorschaufunktion bei den Anzeigen nicht verfügbar ist. Ich glaube auch nicht wirklich daran, dass Google diese Funktion einführen wird, da das vermutlich zu allgemein geringeren Klickraten führen würde und somit zu geringeren CPC-Einnahmen von Google). Aus der Sicht der Online-Marketer wäre diese Lösung allerdings gar nicht so schlimm – die Anzeigen würden vermutlich zwar weniger Klicks erzielen, allerdings wären die Klicks dann von höherer Relevanz und würden höhere Konversionsraten aufweisen.

Insgesamt halte ich die Einführung dieser Funktion für ziemlich gelungen – vor allem, weil sie primär dem Interesse des Nutzers entgegen kommt, und die Website-Betreiber dazu motiviert die Qualität ihres Angebotes zu erhöhen. Es können meines Erachtens beide Seiten davor Profitieren: die Nutzer durch erleichterten Zugang zum relevanten Content, und die Website-Betreiber durch Erzielung vom relevanteren Traffic (und nebenbei können vllt. auch die Designer und Usability-Berater ein wenig davon profitieren ;) ).
Ich bin auf jedem Fall sehr auf die ersten messbaren Folgen dieser Neuerung gespannt.

Mobiles Eye-Tracking

Eye-Tracking – Aufzeichnung der Blickbewegungen der Testpersonen hat schon eine über 100 Jahre alte Tradition. Schon damals versuchten die Forscher die Augenbewegungen, zuerst durch Beobachtung, dann mit einer Filmkamera, zu erfassen. In den 1980er Jahren wurde Eye-Tracking auch für die Werbe-Heinis interessant – für die Analyse der Wirkung von Print-Anzeigen. Seit ende der 1990er wird auch die Blickerfassung für die Analyse von Websites entdeckt und ist mittlerweile ein Standard bei größeren Usability-Projekten.

Mehr zur Geschichte des Eye-Trackings

In den letzten Jahren hat sich ein weiterer Bereich äußerst schnell entwickelt: mobile Anwendungen und damit natürlich auch mobile Usability. Wie können solche Anwendungen (z.B.diverse Smartphones- und Tablets-Applikationen) mithilfe des Eye-Trackings getestet werden? Gibt es eine Möglichkeit diese Tests in möglichst realen Anwendungssituationen durch zu führen, also nicht nur im Labor?

Während des gestrigen World Usability Day in Berlin, der dem Thema mobile communication gewidmet war konnte ich mir zwei mobile Eye-Tracking-Lösungen etwas näher anschauen:

Die Eye-Tracking-Brille von Tobii fand ich ganz interessant und ziemlich wenig lästig – durch ihre Leichtigkeit und Ähnlichkeit der normalen Brille vergisst man schnell dass man sie trägt. Was allerdings auch zum Nachteil werden kann: wenn man nicht exakt durch die Brille auf das zu testende Objekt schaut, kann es schnell passieren, dass die Augenbewegungen nicht erfasst werden. Dies ist mir z.B. bei dem Ausprobieren des Gerätes passiert. Mein Testvideo steht mir leider nicht zur Verfügung, hier aber eine Aufnahme des iPad-Test, aufgezeichnet mit dieser Brille:

Die andere Lösung kam von SensoMotoric Instruments. Sie schien zwar ein wenig umständlicher zu sein, soll aber dafür für präzisere Ergebnisse sorgen. Da es leider keine Möglichkeit zu testen gab, konnte ich mich allerdings davon nicht selbst überzeugen. So sieht ein Test einer iPhone-App mit SIM Eye aus (man muss nicht die ganzen 5 min. schauen, leider kein kürzeres Video gefunden ;) ):

Die beiden Lösungen scheinen vergleichbar zu sein – würde sie auf jedem Fall gerne mal testen. Was für mich aber eher für Tobii sprechen würde ist die Möglichkeit das Gerät für etwa 3K im Monat zu mieten, diese Option gibt es wohl bei SMI nicht (also nur Kauf möglich).